ouroboros
20.03. – 19.04.2026






Fotos: Johannes Bendzulla
Ouroboros.
In altägyptischen Überlieferungen umschließt eine Schlange die Welt, die Sonne oder den Gott selbst; sie markiert den Rand des Kosmos, die Grenze zwischen Ordnung und Ungewissheit. Später, in der griechischen Tradition, taucht dieses Wesen in magischen Papyri und der Alchemie wieder auf, nun mit dem Anspruch, das Ganze zu fassen - Eins ist Alles. Der Kreis aus Fleisch wird zur Denkfigur, die Anfang und Ende, Werden und Vergehen nicht trennt. Der Ouroboros steht für Wiederkehr, Kreislauf, Einheit – und für Selbstbezug, ja Selbstverzehr. In einer Gesellschaft, die sich ständig neu zwischen Individualität und Zusammenhalt austariert, wirkt dieses alte Symbol erstaunlich aktuell. Es stellt die Frage, wie wir eine Ordnung gestalten, in der wir rechtlich gleich sind und doch höchst unterschiedliche Bedürfnisse haben. Im Kontext der Ausstellung wird der Ouroboros zu einem menschlichen Zeichen. Er betont die Ganzheit des Strebens und Seins, auch dort, wo das Ich, das Selbst hinter die Werke zurücktritt und nur als Spur in Erscheinung tritt. Die Wiederkehr von Motiven, Vergleichbarkeit und Reproduktion – so wie wir uns als Menschen ähnlich sind, stehen neben der beharrlichen Betonung von Einzigartigkeit. Wiederkehr und Wiederholung, eine der am häufigsten praktizierten künstlerischen Strategien, werden in der Ausstellung selbst zum Thema. Mit jeder Wiederholung verschieben sich die Parameter der Ausführung, wie ein Fluss, in den man nie zweimal steigt. Aus einer Geste entsteht die nächste. Ein Motiv wandert, wandelt, widerspricht sich. So bildet sich ein schöpferischer Kreislauf, der in jedem Ende einen Anfang hervorbringt.
Ouroboros
In ancient Egyptian traditions, a serpent encloses the world, the sun, or the god himself; it marks the edge of the cosmos, the boundary between order and uncertainty. Later, in Greek tradition, it reappears in magical papyri and alchemy, seeking to encompass the whole—the One is All. The circle of flesh becomes a figure of thought where beginning and end, becoming and passing, are no longer separate. The Ouroboros signifies recurrence, cycle, and unity—and self-reference, even self-consumption. In a society continually renegotiating the balance between individuality and cohesion, this ancient symbol feels strikingly current. It raises the question of how we shape an order in which we are legally equal yet pursue highly different needs. In the context of the exhibition, the Ouroboros becomes a human sign. It emphasizes the wholeness of striving and being, even where the “I,” the self, recedes behind the works and appears only as a trace. The recurrence of motifs, comparability, and reproduction—just as we as humans resemble one another—stand alongside the persistent emphasis on uniqueness. Recurrence and repetition, one of the most frequently employed artistic strategies, become a theme within the exhibition itself. With each repetition, the parameters of execution shift, like a river one never steps into twice. One gesture gives rise to the next. A motif migrates, transforms, contradicts itself. In this way, a cycle emerges, one in which every ending gives rise to a beginning.
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Eric Beier, Alissa Ritter, Donna Volta Newmen
ouroboros
20.03. – 19.04.2026




Fotos: Johannes Bendzulla
Ouroboros.
In altägyptischen Überlieferungen umschließt eine Schlange die Welt, die Sonne oder den Gott selbst; sie markiert den Rand des Kosmos, die Grenze zwischen Ordnung und Ungewissheit. Später, in der griechischen Tradition, taucht dieses Wesen in magischen Papyri und der Alchemie wieder auf, nun mit dem Anspruch, das Ganze zu fassen - Eins ist Alles. Der Kreis aus Fleisch wird zur Denkfigur, die Anfang und Ende, Werden und Vergehen nicht trennt. Der Ouroboros steht für Wiederkehr, Kreislauf, Einheit – und für Selbstbezug, ja Selbstverzehr. In einer Gesellschaft, die sich ständig neu zwischen Individualität und Zusammenhalt austariert, wirkt dieses alte Symbol erstaunlich aktuell. Es stellt die Frage, wie wir eine Ordnung gestalten, in der wir rechtlich gleich sind und doch höchst unterschiedliche Bedürfnisse haben. Im Kontext der Ausstellung wird der Ouroboros zu einem menschlichen Zeichen. Er betont die Ganzheit des Strebens und Seins, auch dort, wo das Ich, das Selbst hinter die Werke zurücktritt und nur als Spur in Erscheinung tritt. Die Wiederkehr von Motiven, Vergleichbarkeit und Reproduktion – so wie wir uns als Menschen ähnlich sind, stehen neben der beharrlichen Betonung von Einzigartigkeit. Wiederkehr und Wiederholung, eine der am häufigsten praktizierten künstlerischen Strategien, werden in der Ausstellung selbst zum Thema. Mit jeder Wiederholung verschieben sich die Parameter der Ausführung, wie ein Fluss, in den man nie zweimal steigt. Aus einer Geste entsteht die nächste. Ein Motiv wandert, wandelt, widerspricht sich. So bildet sich ein schöpferischer Kreislauf, der in jedem Ende einen Anfang hervorbringt.
Ouroboros
In ancient Egyptian traditions, a serpent encloses the world, the sun, or the god himself; it marks the edge of the cosmos, the boundary between order and uncertainty. Later, in Greek tradition, it reappears in magical papyri and alchemy, seeking to encompass the whole—the One is All. The circle of flesh becomes a figure of thought where beginning and end, becoming and passing, are no longer separate. The Ouroboros signifies recurrence, cycle, and unity—and self-reference, even self-consumption. In a society continually renegotiating the balance between individuality and cohesion, this ancient symbol feels strikingly current. It raises the question of how we shape an order in which we are legally equal yet pursue highly different needs. In the context of the exhibition, the Ouroboros becomes a human sign. It emphasizes the wholeness of striving and being, even where the “I,” the self, recedes behind the works and appears only as a trace. The recurrence of motifs, comparability, and reproduction—just as we as humans resemble one another—stand alongside the persistent emphasis on uniqueness. Recurrence and repetition, one of the most frequently employed artistic strategies, become a theme within the exhibition itself. With each repetition, the parameters of execution shift, like a river one never steps into twice. One gesture gives rise to the next. A motif migrates, transforms, contradicts itself. In this way, a cycle emerges, one in which every ending gives rise to a beginning.
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Eric Beier, Alissa Ritter, Donna Volta Newmen
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